Wils, Sabine

Regionale Zuständigkeit:
Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen
Zur Person
Abstimmungsverhalten von Sabine Wils auf VoteWatch.eu
Lebenslauf:
- geboren am 31. Mai 1959 in Aachen
- ehemals Hebamme im damaligen Landesbetrieb Krankenhäuser Hamburg
- 1980 - 1988 Studium mit Abschluss als Diplom-Chemikerin
- 1980 bis 1989 Mitglied der DKP
- 1989 - 1997 Beschäftigte der FHH Umweltbehörde im Technischen Umweltschutz
- seit 1997 Personalratsvorsitzende bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Freie und Hansestadt Hamburg
- seit 1999 Mitglied in der PDS und jetzt in der Linken
Weitere Aktivitäten:
- Präsidiumsmitglied des Bundesausschusses
- Mitarbeit in der LAG Umwelt, Energie und Verkehr in Hamburg
- Eine von acht BundessprecherInnen der AG Betrieb & Gewerkschaft
- Mitbegründerin und Mitglied des Europäischen Netzwerkes der GewerkschafterInnen in und bei der EL
- Mitglied der EL-Kommission
- Vorstand ver.di-Fachbereich "Bund, Länder und Gemeinden" Hamburg
Fraktion:
Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne
Ausschüsse:
Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit,
Stellvertreterin im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr
Kontakt
Adresse in Brüssel:
Europäisches Parlament
Bât. Altiero Spinelli
06F247
60, rue Wiertz
B-1047 Brüssel
Tel: 0032 228 4 - 5644
Fax: 0032 228 4 - 9644
Adresse in Straßburg:
Europäisches Parlament
Bât. Louise Weiss
T05153
Allée du Printemps-B.P. 1024/F
F-67070 Strasbourg Cedex
Tel: 0033 388 17 - 5644
Fax: 033 388 17 - 9644
sabine.wils@europarl.europa.eu
Sabine Wils auf Abgeordnetenwatch.de
Sabine Wils auf Die Linke Europa
Umweltcheck in drei Fragen
1. Welches sind in Ihren Augen die größten umweltpolitischen Herausforderungen der Europäischen Union in den nächsten fünf Jahren?
Der globale Klimawandel stellt in der laufenden Amtsperiode die größte umweltpolitische Herausforderung der EU dar. Inzwischen hat sich auf breiter Ebene die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Klimawandel eine reale Bedrohung darstellt und die Ursachen menschlicher Natur sind.
Die nächsten fünf Jahre werden entscheiden, ob die EU ihre Treibhausgasemissionen mittel- und langfristig bedeutend senken kann. Für eine erfolgreiche Bekämpfung des Klimawandels ist jetzt die Grundlage zu schaffen.
Die EU muss eine wegweisende Rolle in der Bekämpfung des Klimawandels einnehmen, da Europa als einer der größten Industriestandorte der Welt einen entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung hat und der Effekt von Korrekturen dementsprechend groß ist. Deshalb muss die EU ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40% und bis 2050 um 80 bis 100 % auf der Basis von 1990 senken.
Gerade vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise ist es jedoch von größter Relevanz, dass ein ambitionierter Klimaschutz nicht die soziale Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich fördert. Der ökologische Umbau der Gesellschaft muss auch zum globalen Kampf um soziale Rechte beitragen. Energie und Mobilität müssen für alle Menschen bezahlbar sein.
Eine weitere große Herausforderung der EU wird sein, das fossil-atomare Zeitalter zu beenden und sich dabei gegen rein profitgesteuerte Interessen durchzusetzen. Um den Klimawandel zu bremsen, ist eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien unabdingbar. Das bedeutet den Stopp aller geplanten Atom- und Kohlekraftwerke in Europa. Der Bau dieser Energiedinosaurier würde die undemokratischen und monopolistischen Marktstrukturen im Energiebereich über Jahrzehnte stützen und den Übergang zu einer alternativen Energiewirtschaft blockieren.
Die Überfischung der Weltmeere, die bedrohte Artenvielfalt, ein rasant steigender Güterverkehr auf den Straßen Europas sowie verweichte Verbrauchs- und Abgasnormen für Pkws sind ebenfalls umweltpolitische Probleme, die von der EU innerhalb der nächsten fünf Jahre gelöst werden müssen.
2. Wo sehen Sie Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit den Natur- und Umweltschutzverbänden?
Die Natur- und Umweltschutzverbände sind wichtige Partner und als Gegengewicht zu den industriellen kapitalstarken Lobbygruppen unentbehrlich. Um im europäischen Gesetzgebungsprozess angemessen und fundiert Positionen vertreten zu können, ist die Expertise von NROs (Nicht-Regierungsorganisationen) sehr hilfreich.
Möglichkeiten zur Kooperation sind von kommunaler bis zur europäischen Ebene in Form von Gesprächen, Konferenzen, Anhörungen und Demos gegeben.
Die unterschiedlichen Stärken von öffentlichen und privaten Akteuren ergänzen sich gut und sollten dazu dienen, gemeinsame Inhalte zu realisieren.
3. Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen im Natur- und Umweltschutz?
Ich habe vor meiner Tätigkeit als freigestellte Personalratsvorsitzende in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg in der ehemaligen Umweltbehörde 8 Jahre als Diplom-Chemikerin im Technischen Umweltschutz gearbeitet. Die Entwicklungen im Naturschutz habe ich immer mit Interesse verfolgt. Außerdem bin ich seit 1989 Mitglied des BUND im Rahmen einer Familienmitgliedschaft.
Zusatzinfo
Weitere NGO-Landesverbände im regionalen Zuständigkeitsbereich von Sabine Wils sind die Landesverbände in Schleswig-Holstein und Bremen.

